
HIMACS Fallkanten(Aufdopplungen) & Abschwünge FAQ
Frage: Was sind Fallkanten und Abschwünge, und was bedeutet das für die Verarbeitung und Fertigung von HIMACS‑Bauteilen?
Fallkanten und Abschwünge erhöhen sowohl die gestalterische Wertigkeit als auch die strukturelle Stabilität von HIMACS‑Bauteilen. Sie ermöglichen durch präzise Fräs‑ und Klebetechniken eine vielfältige und optisch anspruchsvolle Kantenmodellierung. Bei fachgerechter Ausführung verbessern sie zudem die Haltbarkeit und die ästhetische Qualität der gesamten Konstruktion.
Frage: Wie sollten Hersteller Ihre Designs für verschiedene HIMACS-Farben auswählen?
Die Komplexität des Designs sollte immer den Materialeigenschaften der gewählten HIMACS-Farbe entsprechen.
Geäderte, durchscheinende, Perlmutt- oder Glitzerfarben erfordern andere Techniken als massive oder feine Splitt-Granittöne.
Für beste Ergebnisse eignen sich diese Methoden am besten für massive und kleine bis mittlere Spanoberflächen.
Frage: Welche Fertigungsrisiken bestehen bei der Erstellung von Fallkanten und Abschwüngen?
Eine unsachgemäße Verarbeitung von HIMACS kann zu verschiedenen Defekten führen, darunter:
Rissbildung infolge lokaler Spannungskonzentrationen,
Materialversagen durch ungeeignetes oder fehlerhaft geplantes Design,
Schwächung von Fugen durch unzureichende Ausrichtung oder den Einsatz ungeeigneter Klebstoffe,
Verformungen, Knicke oder Risse aufgrund unkontrollierter thermischer Ausdehnung,
Farb- oder Oberflächenabweichungen bei speziellen Dekoren,
unzureichende Haftung durch fehlerhafte Klebstoffwahl oder falsche Aushärtungsbedingungen,
sowie Materialausdünnungen oder strukturelle Schwächungen in Bereichen hoher Dehnung.
Frage: Was ist die Standardmethode zur Herstellung von geraden Bauteilen?
Gerade Bauteile sind einfacher herzustellen, erfordern aber dennoch Präzision.
Die Platten müssen sauber und trocken sein, die Schnitte müssen präzise und glatt sein und die Klebstoffe müssen gleichmäßig aufgetragen werden.
Die richtige Klemmung, das Spannungsmanagement und die Qualitätsprüfung gewährleisten die strukturelle Integrität und eine gleichbleibende visuelle Qualität.
Frage: Wie wird eine Fallkante (Aufdopplung) aus gestapelten Schichten hergestellt?
Bei 12‑mm‑HIMACS‑Platten werden Fallkanten üblicherweise durch das Aufdoppeln von zwei (Gesamtdicke 24 mm) oder drei Lagen (36 mm) unter der Hauptplatte hergestellt.
Jeder Streifen ist vor dem Verkleben mit Schleifpapier der Körnung 120 anzuschleifen, gründlich zu reinigen und anschließend mit HIMACS‑Fugenklebstoff zu verbinden.
Die aufgedoppelten Kanten werden in Abständen von 70–80 mm eingespannt und müssen vor der Weiterbearbeitung rund 45 Minuten bei etwa +20 °C aushärten.
Frage: Warum wird die Stapelmethode für 20 mm HIMACS-Platten nicht empfohlen?
Aufgrund von Schwankungen der Dickentoleranz kann das Stapeln von 20 mm Blechen zu unebenen Kanten und strukturellen Inkonsistenzen führen.
Dies kann sowohl die Festigkeit als auch die visuelle Gleichmäßigkeit des Endprodukts beeinträchtigen.
Frage: Was sind die Vorteile der Falzmethode bei tiefen Abschwüngen?
Der Falz bietet im Vergleich zu Stumpfnähten eine höhere Haftfestigkeit, eine bessere Oberflächenqualität und einen deutlich saubereren Übergang.
Eine 1–2 mm starke Anlagefläche auf der Unterseite verbessert den Klebstoffkontakt und reduziert Partikel- sowie Toleranzunregelmäßigkeiten.
Diese Methode wird bevorzugt angewendet, um dauerhaft stabile und optisch hochwertige Kanten auszubilden.
Frage: Wie sollte das Falzen und Verkleben von 12 mm und 20 mm Blechen durchgeführt werden?
12 mm Blech: Falz ca. 13 mm × 2 mm.
20 mm Blech: Falz ca. 21 mm × 2 mm.
Nach dem Oberflächenschliff (Körnung 150/180) und der Reinigung mit Brennspiritus oder Bio-Ethanol(96%) den HIMACS-Kleber auftragen,alle 70–80 mm klemmen und durchgehende Kleberaupen überprüfen.
Nach dem Aushärten den Überschuss mit einer Handoberfräse abschneiden und die Oberfläche polieren.
Frage: Wie sollte die Falztiefe für verschiedene HIMACS-Farbfamilien angepasst werden?
Große Chipfarben (Volcanics, Lucia): Falztiefe auf 5 mm erhöhen.
Geäderte und glitzernde Farben (Marmo, Perna, Sparkling): Erhöhen Sie auf 9 mm für eine bessere Farbkonsistenz und Kantenoptik.
Frage: Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Stumpfnaht- und der Gehrungseckmethode?
Stumpfnaht (nicht gefälzt): Einfach, aber weniger strukturell; Wird für einfache Verknüpfungen verwendet.
Gehrungsecke (45° Schnitt): Bietet eine Gehrungsecke, die sich ideal zum Verbergen von Farbabweichungen eignet.
Erfordert eine genaue Ausrichtung und eine gleichmäßige Klebstoffabdeckung.Beide Techniken müssen sorgfältig ausgeführt werden, um die strukturelle Festigkeit und eine gleichmäßige Oberflächengüte zu gewährleisten.
Frage: Wie wird eine Schwallkante auf einer HIMACS-Arbeitsplatte hergestellt?
Fräsen Sie an der oberen Vorderkante der Arbeitsplatte einen 6 mm × 6 mm Falz ein und erstellen Sie in der Schürze eine korrespondierende Nut,
sodass diese nach der Montage 12 mm über die Plattenoberfläche übersteht.
Verkleben Sie beide Bauteile mit HIMACS‑Fugenklebstoff, lassen Sie die Verbindung vollständig aushärten, runden Sie die Kante anschließend mit der Oberfräse ab und schleifen Sie sie final plan.
Dieses Verfahren erzeugt eine funktionale, stabile und optisch nahtlose Vorderkante.
Frage: Was sind die wichtigsten Empfehlungen für die Verklebung und Aushärtung von Nähten?
Halten Sie während der Verklebung einen moderaten und gleichmäßigen Klemmdruck aufrecht, um eine Verformung der Bauteile zu vermeiden.
Entlang der Naht sollte eine sichtbare Kleberaupe austreten, die eine vollständige Benetzung anzeigt.
Lassen Sie den HIMACS‑Fugenklebstoff mindestens 40 Minuten oder bis zur vollständigen Aushärtung ruhen.
Entfernen Sie den überschüssigen, ausgehärteten Klebstoff anschließend mit einer Oberfräse und Führungsschablone.
Schleifen Sie die Fläche abschließend auf einen seidenglänzenden Finishgrad und vermeiden Sie dabei den Einsatz von Bandschleifern, da deren hohe Reibungswärme die Naht schwächen kann.
Frage: Wie können Nähte für zusätzliche Festigkeit verstärkt werden?
Bringen Sie einen HIMACS‑Verstärkungsstreifen (50–100 mm breit) entlang der Unterseite der Naht auf.
Verwenden Sie hierfür Material in identischer Farbe und Stärke wie die ursprüngliche Platte und schleifen sowie reinigen Sie beide Kontaktflächen vor dem Verkleben gründlich.
Diese Verstärkung erhöht die strukturelle Festigkeit der Verbindung, verbessert die Wärmebeständigkeit und steigert die Gesamtdauerhaltbarkeit der Konstruktion.
Frage: Was sind die wichtigsten Empfehlungen für die Herstellung von Innenecken?
Halten Sie bei Innenradien einen Mindestwert von 5 mm ein und positionieren Sie die vertikale Fuge mindestens 25 mm unterhalb der oberen Naht.
Verstärken Sie sämtliche Kantenfugen mit einem HIMACS‑Verstärkungsstreifen und fertigen Sie die Arbeitsplatte mit einer Übergröße von etwa 1,5 mm,
um nach dem Aushärten ein präzises Endbearbeitung zu gewährleisten.
Frage: Wie werden Innenecken im Stapelverfahren hergestellt?
Bereiten Sie HIMACS‑Blöcke im Format 130 × 130 mm vor, schleifen Sie die Klebeflächen mit Schleifpapier der Körnung 120 an und reinigen Sie sie anschließend mit Brennspritus oder BIO-Ethanol(96%).
Verkleben Sie die Blöcke mit HIMACS‑Fugenklebstoff und fixieren Sie sie mit Federklemmen für etwa 45 Minuten bei ca. +20 °C, um ein vollständiges Austreiben und Aushärten des Klebstoffs sicherzustellen. Verstärken Sie vertikale Fugen zusätzlich mit einem 50 mm breiten und 12 mm starken Rückenblock. Schneiden, schleifen und polieren Sie die Verbindung anschließend auf das gewünschte Endmaß und Finish.
Frage: Wie ist das Verfahren zur Herstellung von Innenecken mit verlängerten Schürzen?
Verwenden Sie einen thermogeformten HIMACS‑Eckblock, der mit HIMACS‑Fugenklebstoff verklebt,
mit Federklemmen fixiert und durch einen 50 mm × 12 mm Rückenblock zusätzlich verstärkt wird, um die strukturelle Stabilität sicherzustellen.
Nach vollständiger Aushärtung werden die Bauteile beschnitten, geschliffen und poliert, um ein nahtloses, homogenes Finish an die umliegende Oberfläche anzupassen.
Diese Richtlinie wurde erstellt, um technische Informationen für die fachgerechte Herstellung und Installation von HIMACS bereitzustellen. Sie dient ausschließlich als Orientierungshilfe und ist unter Berücksichtigung des eigenen fachlichen Urteils sowie auf eigenes Risiko anzuwenden. Die Eignung der Richtlinie hängt von den jeweiligen technischen Fähigkeiten der Personen ab, die HIMACS verarbeiten und installieren.
Die Richtlinie wird regelmäßig aktualisiert, um zuverlässige und aktuelle technische Informationen zu gewährleisten. Sie ersetzt alle früheren Versionen. Dennoch liegen die Anwendung sowie die jeweiligen Anwendungsbedingungen außerhalb der Kontrolle von LX Hausys. LX Hausys kann daher keine Gewähr für die Eignung des Materials, der Verarbeitung oder der Installation unter beliebigen Einsatzbedingungen übernehmen. Nutzer dürfen diese Richtlinie nicht als vollständige, alleinige, aktuelle oder absolut verbindliche Informationsquelle betrachten.
Verarbeiter und Installateure von HIMACS sind verpflichtet zu prüfen, ob das jeweilige Design, die gewählte Fertigungsmethode, die Installationsmethode sowie die erforderliche Leistungsfähigkeit für den vorgesehenen Einsatz und die spezifischen Rahmenbedingungen geeignet sind. LX Hausys übernimmt keine Haftung für direkte oder indirekte Schäden, kommerzielle Verluste oder sonstige Schäden, die aus der Herstellung oder Installation von HIMACS unter Anwendung dieser Richtlinie ganz oder teilweise entstehen.
Ebenso übernimmt LX Hausys keine Verantwortung für die Verbindung von HIMACS mit anderen Materialien sowie für Herstellungs- oder Installationsrichtlinien bezüglich anderer Materialien.
Diese Richtlinie fordert nicht dazu auf, geltende Gesetze, Patente oder Lizenzen zu verletzen, und kann nicht als Grundlage für rechtliche Ansprüche herangezogen werden. Sämtliche Arbeiten an oder mit HIMACS müssen in Übereinstimmung mit den jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmungen und Normen ausgeführt werden.
LX Hausys behält sich das Recht vor, die technischen Informationen und Haftungsausschlüsse dieser Richtlinie im Zuge technischer Weiterentwicklungen anzupassen. Die Nutzung von HIMACS oder dieser Richtlinie gilt als Zustimmung zu den jeweils aktuellen Informationen. Es wird empfohlen, die Richtlinie regelmäßig auf Änderungen zu prüfen.
Alle in diesem Dokument enthaltenen Informationen unterliegen dem Urheberrecht von LX Hausys. Eine vollständige oder teilweise Vervielfältigung oder Veränderung ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung durch LX Hausys nicht gestattet.